Ballonfahrten einzigartige Aussichten genießen ...

Mit dem "Flotte Verfolger"

Während oben die Gäste fasziniert nach unten oder in die Ferne blicken, schauen andere zum Ballon hoch. Ausgerüstet mit Funkgerät und Landkarte begibt sich der oder die Verfolger(in) in das Rückholerfahrzeug. Während hoch oben freie Fahrt herrscht, dem Ballon muss jedes andere Luftfahrzeug ausweichen, kämpft sich der Bodentrupp durch den Straßenverkehr, um ihre nicht immer einfache Aufgabe, rechtzeitig beim landenden Ballon zu sein, zu erfüllen.

Die Landung

Geht es in Richtung Boden, wird es noch mal spannend. Wenn der Pilot einen Landeplatz ausgewählt hat, erwarten ihn seine Verfolger schon (meistens). Mit viel Gefühl geht der Pilot in langsames Sinken über und setzt den Korb mehr oder weniger sanft auf die Erde. Nicht immer spielt der Wind mit, in seltenen Fällen kann der Korb durch Böen umkippen, dann heißt es an den eigens dafür vorgesehenen Halteschlaufen festhalten. Glückliche Gesichter strahlen die Balloncrew an. Es ist geschafft! Nein - noch nicht ganz ...

Adelstitel incklusiv

Im 19. Jahrhundert wurden die ersten Ballonfahrer in den Adelstand erhoben. Aus dieser Tradition heraus wird die erste Fahrt eines Gastes mit einem eigentümlichen Ritual gefeiert: Unter dem Schmunzeln der "alten Hasen" muss der Neuling nach der Landung niederknien, ein paar Härchen werden angezündet und sofort mit Sekt gelöscht. Es folgt noch eine Belehrung über die Rechte und Pflichten eines Ballöners und mit dem wohlklingenden Titel eines Adligen darf der frischgebackene Ballonfahrer die Rückreise antreten.

Viel Stoff und heiße Luft

Auch heute noch laufen die Leute zusammen, bleiben neugierige Autofahrer stehen, um einen Ballonstart aus nächster Nähe zu erleben. Allein die Dimensionen sind gewaltig: Bis zu 30 Meter hoch sind die bunten Riesen, die es in unterschiedlichen Größen von 900 - 15000 cbm gibt. Schon nach einer halben Stunde ist der Ballon einsatzbereit. Solange dauert es, bis der Pilot und der Helfer und natürlich auch die Mitfahrer aus dem Korb, einigen Propangasflaschen, dem Gasbrenner und einigen Stahlseilen, die mit der Ballonhülle verbunden werden, der Ballon zusammengebaut ist. Diesen Vorgang nennt man das "Aufrüsten".

Sobald der Ballon steht, steigen die Passagiere in den Korb und der Pilot heizt mit dem Brenner die Luft in der Hülle so weit auf, bis der Ballon in die Höhe steigt. Dadurch, dass die warme Luft leichter ist als Kalte, geht's aufwärts. Schon entfernt sich der Ballon vom Boden. Wir reisen mit dem Wind, deshalb ist es hier oben nicht kälter als am Boden und auch die warme Luft in der Hülle trägt ihren Teil dazu bei, dass es uns auch in größerer Höhe angenehm temperiert bleibt.

Es war einmal ...

Es ist der 4. Juni 1783 in der südfranzösischen Stadt Anoy am Vorabend der Französischen Revolution. Die ganze Stadt läuft zusammen, um das Schauspiel zu verfolgen. In der Mitte liegt ein riesiger Sack aus Leinen mit einer großen Öffnung. Mithilfe eines Feuers aus Stroh und Schafwolle füllen die zwei Söhne des französischen Papierherstellers Montgolfier die Hülle mit warmer Luft. Zuerst noch recht unförmig verwandelt sich der Sack in wenigen Minuten zu einer fast 12 Meter hohen Kugel. Unter den staunenden Blicken der Menge erhebt sich das riesige Ungetüm fast 1000 Meter hoch, bevor es 3 Kilometer weiter sanft zu Boden sinkt.

Mit dieser Erfindung eröffnen die Montgolfiers das Zeitalter der Luftfahrt. Doch als Verkehrsmittel eignet sich der Heißluftballon nicht. Heute wie damals reist der Ballonfahrer mit dem Wind, das bedeutet: Die Natur, nicht der Mensch, bestimmt Richtung und Tempo der Fahrt.